Kurz gefasst
- Härtestes Kriterium
- Aktuelle PHP-Version und ausreichend Arbeitsspeicher pro Prozess.
- Unverzichtbar
- Automatische Backups außerhalb des Webspace und ein Restore, den Sie selbst auslösen können.
- Überbewertet
- Der Zusatz "WordPress-optimiert" ohne konkrete technische Angaben.
Fast jeder Hoster verkauft heute ein WordPress-Paket. Die Unterschiede liegen selten in der vorinstallierten Software, sondern in Parametern, die auf der Verkaufsseite gar nicht auftauchen. Diese Übersicht nennt die, auf die es ankommt.
Der ursprüngliche Beitrag an dieser Stelle beschrieb ein fertig eingerichtetes Blogpaket zum Monatspreis. Solche Pakete gibt es weiterhin, und die Grundidee ist nach wie vor sinnvoll: Wer nicht selbst installieren will, kauft das Ergebnis. Nur ist die Vorinstallation heute das am wenigsten unterscheidende Merkmal.
Die technischen Mindestanforderungen
- PHP-Version. Der Hoster muss aktuelle PHP-Versionen anbieten und Sie müssen sie selbst umschalten können. Eine feste, veraltete Version ist ein Ausschlusskriterium.
- Arbeitsspeicher pro PHP-Prozess. 128 MB sind das Minimum, 256 MB der brauchbare Wert. Viele Ausfälle beim Import oder bei Bildbearbeitung sind schlicht Speichermangel.
- Datenbank. Mindestens eine eigene MySQL- oder MariaDB-Datenbank, besser mehrere. Wer später eine zweite Seite betreibt, braucht sie.
- Kostenloses Zertifikat. HTTPS ist Standard. Ein Hoster, der dafür extra abrechnet, verkauft eine Selbstverständlichkeit.
- SSH-Zugang. Nicht für den Alltag, aber für Umzüge und Notfälle Gold wert.
Backups: der Punkt, an dem sich Anbieter trennen
Fast jeder wirbt mit Backups. Die entscheidenden Fragen stehen selten dabei:
- Wie viele Generationen werden aufbewahrt, und wie weit reichen sie zurück?
- Liegt die Sicherung physisch getrennt vom Webspace?
- Können Sie eine Wiederherstellung selbst auslösen, oder braucht es ein Ticket?
- Umfasst das Backup Dateien und Datenbank, oder nur eines von beidem?
Ein Backup, das Sie nicht selbst und nicht sofort zurückspielen können, ist im Ernstfall kein Backup, sondern ein Versprechen.
Staging, Caching, CDN
Eine Testumgebung auf Knopfdruck spart bei jedem größeren Update Nerven, warum, steht im Beitrag zu WordPress-Updates. Serverseitiges Caching bringt spürbar mehr als jedes Cache-Plugin, weil es die PHP-Ausführung ganz umgeht. Ein CDN lohnt erst bei internationalem Publikum, für eine deutsche Firmenseite ist ein Server in Europa in aller Regel schneller.
Managed oder klassisch?
Managed WordPress-Hosting nimmt Ihnen Updates, Caching und Backups ab und kostet dafür ein Vielfaches. Das rechnet sich, wenn keine technische Betreuung vorhanden ist und die Seite geschäftskritisch läuft. Für einen Blog mit überschaubarem Aufkommen genügt ein solides Standardpaket, sofern die oben genannten Punkte stimmen.
Ein Nachteil verdient Erwähnung: Managed-Anbieter schränken oft ein, welche Plugins erlaubt sind, und verbieten teils eigene Caching-Lösungen. Das ist meist sinnvoll, kann aber ein bestehendes Setup unbrauchbar machen.
Was der Preis nicht verrät
Achten Sie auf den Preis nach der Erstlaufzeit, auf Mindestvertragslaufzeiten und darauf, ob die Domain bei Kündigung frei umziehen kann. Wie man Anbieter systematisch gegeneinander stellt, ohne auf Werbetexte hereinzufallen, steht im Webhosting-Vergleich.
Häufige Fragen
Reicht das günstigste Paket für den Anfang?
Meist ja, sofern PHP-Version und Speicher stimmen und ein Wechsel in ein größeres Paket ohne Umzug möglich ist. Genau das sollten Sie vor dem Abschluss prüfen.
Wie viele Besucher verträgt ein Shared-Hosting-Paket?
Seriös lässt sich das nicht in Zahlen sagen, weil es von Caching, Plugins und Seitengröße abhängt. Ein statisch gecachter Blog verträgt auf einfachem Hosting ein Vielfaches dessen, was ein ungecachter Shop schafft.
Was ist mit Multisite?
Nicht jedes Paket erlaubt Netzwerke. Wenn das ein Thema ist, klären Sie es vorher, siehe WordPress Multisite.